Open Sunday

Ausgangslage

Kinder brauchen Spielräume – sie haben sogar ein Recht darauf. In nahezu jeder Kommune finden wir kleine Sporthallen an Grundschulen oder Kindergärten, die am Wochenende unbenutzt sind.
Hier findet das neue Projekt des Instituts „Integration durch Sport und Bildung“ statt.
Die Hallen werden geöffnet und Kinder aus dem Sozialraum können hier unter der Anleitung von erwachsenen Pädagogen und eigens dafür ausgebildeten jugendlichen COACHES Sport treiben, tanzen, toben und sich treffen.
Die „Open Sunday“-Initiative hat ihren Ursprung in der Schweiz (Stiftung ideésport) und erobert nun auch den deutschen Raum.
Wir sind gespannt!

 

Praxisbericht

Essener Norden in Bewegung – Open Sunday für Kinder

„Am Sonntag haben Kinder Zeit zu rennen, zu hüpfen, zu balancieren. Aber die Sporthallen sind geschlossen. Dies wollen wir mit dem Projekt ‚Open Sunday‚ ändern“, stellen Sophie van de Sand und Prof. Dr. Ulf Gebken fest. Die Sportwissenschaftler der Universität Duisburg- Essen (UDE) setzen es mit dem Institut für Stadtteilentwicklung (ISSAB) der Uni um. Über ein offenes inklusives Konzept sollen vor allem Kinder aus eher benachteiligten Stadtteilen in Bewegung gebracht werden.

Gefördert wird das mehrjährige Projekt von der Anneliese-Brost-Stiftung. Die Angebote reichen von gemeinsamen Koordinations- und Ballspielen bis zum Üben von Bewegungskünsten an einzelnen Stationen. „Open Sunday spricht niederschwellig und direkt Mädchen und Jungen in ihrem Sozialraum, also in ihrer Grundschule an. So erreichen wir sie“, ergänzt Dr. Gaby Reinhard vom ISSAB. „Die ersten beiden „Open Sundays“ waren großartige Erfolge. Mehr als 85 Kinder sind jeweils in die kleine Turnhalle der Hövelschule gekommen! Durch das vielfältige Angebot und den Einsatz vor allem weiblicher Coaches wurden besoeners gut Mädchen mit Migrationshintergrund erreicht und zum Mitmachen eingeladen. Für die Leitung der offene Bewegungssonntage werden auch jugendliche Coaches qualifiziert. „Das spricht für die Nachhaltigkeit dieser Idee“, bewertet Werner Meys, Vorstandsmitglied der Anneliese – Brost- Stiftung den Start. Der ist aus Sicht der Beteiligten mehr als gelungen: „Die Kinder hatten am Montag total begeistert von der Aktion in der Schule erzählt.“

Der Open Sunday richtet sich an Erst- bis Viertklässler und startete jetzt in der Hövelschule; es folgen die Grundschule Nordviertel und weitere Primarschulen in Altendorf. Das innovative Bewgeungsprojekt Projekt, entwickelt von den Sportwissenschaftlern der UDE, läuft bis Ende 2018 und wird auch von der Sportjugend Essen unterstützt.

 Projektziele

  • Jugendliche leiten ein offenes Bewegungsangebot am Sonntag für SchülerInnen der Klassen 1 bis 6 an,
  • soziales Engagement im Bereich Sport, Spiel und Bewegung stärken,
  • sportvereinsferne SchülerInnen sollen gewonnen werden,
  • positive und gesunde Freizeitgestaltung der Kinder wird angestrebt,
  • Nutzung leerstehender Sportinfrastruktur am Wochenende im Stadtteil

 

Projektaufbau und Umsetzung

– Zweitägiger Kompaktkurs/Qualifizierung der Jugendlichen durch die Kooperationspartner

  • Bewegungsspiele kennen lernen
  • Gruppenführung und Gruppendynamik
  • Offene und angeleitete Angebote
  • Rechtliche- und Sicherheitsaspekte
  • Vorbereitung der „Open Sundays“

– Praxiserfahrungen für Coaches im Rahmen der Qualifikation

– Ablauf Praxis am Sonntag:

  • Aufbau der Gerätelandschaft
  • Einlass und Dokumentation im Gästebuch
  • Freie Spielphase
  • Begrüßungsritual
  • Ausprobieren, Erproben und freies Spielen
  • Gemeinsame Pause mit Wasser und Obst,
  • Gemeinsames Spielen
  • Freies Spielen
  • Abschlussritual: Spiel, Gespräch, Verabschiedung
  • Aufräumen & Auswertungsgespräch

Erste Ergebnisse

An vier Sonntagen 170 Kinder in die Sporthalle der Grundschule Nadorst. Nur knapp ein Sechstel der Kinder sind Mitglied in einem Sportverein

Jugendliche SchülerInnen der Jahrgänge 9 bis 11 haben das Projekt mit großer sozialer Verantwortung, Umsicht und Verbindlichkeit umgesetzt; Methoden- uns Sozialkompetenz erweitert
Vor allem aber ist es gelungen, viele Jungen und Mädchen gleichermaßen und migrantische Kinder anzusprechen = dies spricht für das Konzept, eine Vielzahl an Bewegungsformen anzubieten und vor allem weibliche „Junior Coaches“ und „Coaches mit Migrationshintergrund“ einzusetzen – ansonsten treffen sich bei offenen Angeboten oft nur Jungen
Coaches sammeln wertvolle Erfahrungen, auf die heterogene Zielgruppe über Spiel und Bewegung einzugehen

„Enormes inklusives Potential“ des sonntäglichen Sportangebots, einige Kinder hatten Beeinträchtigungen
Coaches erfahren gesellschaftliche Bedeutung von Spiel, Sport und Bewegung; Kinder und Jugendliche lernen Wege positiver Freizeitgestaltung kennen
Identifikation der SchülerInnen mit ihrer Schule und ihrem Stadtteil wird gestärkt

Weitere Infos:

Prof. Dr. Ulf Gebken, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften, Tel. 0201/183-7610, ulf.gebken@uni-due.de

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